A-B-C der Hundeerziehung

Die Grundkommandos leicht erlernen

Sitz und Platz !

               

Jeder Hund ist in der Lage, bestimmte Verhaltensweisen zu erlernen. "Sitz!" und "Platz!" zählen zu den Wichtigsten. Sie müssen dem Hund als erstes beigebracht werden, da sie der Ausgangspunkt für alle weiteren Kommandos sind.

Das Prinzip der "positiven Verstärkung"

Bei allen Übungen vergessen Sie bitte nicht, mit positiver Verstärkung zu arbeiten. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Verhaltensweisen häufiger auftreten, wenn sie belohnt werden. Streicheln und loben Sie den Hund mit freudiger Stimme oder geben sie ihm einen Leckerbissen. Wichtig ist, dass die Belohnung spätestens 2 bis 3 Sekunden nach dem gewünschten Verhalten einsetzt, sonst weiß der Hund nicht, für welches Verhalten er belohnt wird. Trainieren Sie immer nur kurz und dafür öfter, und beenden Sie jede Lektion mit freundlicher Stimme. So freut sich Ihr Hund auch auf die nächste Übungseinheit. 

Um Ihrem Hund das Sitzen beizubringen, haben Sie zwei Möglichkeiten: 


"Handarbeit"

Erstens, Sie bringen ihm mit den Händen die gewünschte Position bei. Das tun Sie am besten, indem Sie sich neben Ihren Hund knien und eine Hand an die Rückseite seiner Hinterbeine legen, die andere um seine Brust. Jetzt sagen Sie seinen Namen und "Sitz!". Gleichzeitig drücken Sie behutsam seine Brust nach hinten und schieben sein Hinterteil so nach unten, dass er sich in den Knien beugt. Sobald er sitzt, loben Sie ihn. 

Leckerli-Methode

Bei der zweiten Variante arbeiten Sie mit einem Leckerbissen. Diese Methode eignet sich besonders bei schreckhaften oder sehr aktiven Welpen. Sie stellen sich vor Ihren Hund und halten ihm eine Leckerei vor die Nase. Auch hier sagen Sie seinen Namen und das Kommando "Sitz!". Dann heben Sie langsam Ihre Hand mit dem Stück Futter über seinen Kopf, so dass sein Blick ihr folgt. Automatisch hebt er dabei den Kopf und setzt sich. Sowie er richtig sitzt, geben Sie ihm den Leckerbissen und loben ihn. Damit er ihn wirklich beherrscht, müssen sie ihn allerdings immer wieder mit ihm trainieren. Verlieren sie niemals die Geduld und schreien Sie ihn auf keinen Fall an, wenn er einmal ein Kommando nicht befolgt.

Nächstes Kommando: "Platz!"

Wenn Ihr Hund schließlich richtig sitzen kann, können Sie ihm den nächsten Befehl beibringen: "Platz!" Das ist ein Kommando, das beispielsweise nützlich ist, wenn Sie unterwegs jemand bekannten treffen und sich ein wenig unterhalten wollen. Sie befehlen Ihrem Hund einfach, sich bequem hinzulegen. Auch hier gibt es wieder zwei Methoden, wie Sie ihm das beibringen können:

Körpereinsatz

Bei der ersten Methode geben Sie dem Hund den Befehl "Sitz!" und knien sich dann direkt hinter ihn. Dann nehmen Sie seine Vorderbeine und befehlen ihm "Platz!". Zeitgleich beugen Sie sich über ihn und drücken
vorsichtig seinen Rücken nach unten. Sobald er liegt, fangen Sie sofort an mit dem Loben. Da ihm diese Position am Anfang nicht so gefallen wird, sparen Sie nicht mit Lob.


Futteranreiz

Die zweite Möglichkeit arbeitet wieder mit dem Futteranreiz. Auch hier befehlen Sie Ihrem Hund als erstes zu sitzen. Sie knien sich vor ihn und halten ihm einen Leckerbissen vor die Nase. Dann geben Sie das Kommando "Platz!" und führen gleichzeitig die Hand mit dem Fressen langsam in Richtung Boden. Die Schnauze Ihres Hundes folgt Ihnen. Legt er sich nicht ganz hin, so helfen Sie mit sanftem Druck auf seine Schultern nach. Wenn er liegt, belohnen Sie ihn gleich mit dem Futter und loben ihn ganz besonders. 

Egal welche der beiden Methoden Sie wählen, Sie müssen in jedem Fall häufig mit Ihrem Hund üben, damit ihm der Befehl in Fleisch und Blut übergeht
.

Hier- und Bleib! 

Wer möchte seinen Hund nicht gerne überall mitnehmen können? Beherrscht er die wichtigsten Kommandos, steht diesem Wunsch nichts im Wege. Bis es soweit ist, bedarf es allerdings einiger Geduld und etliches Trainings. Hier- und Bleib! gehören zu dem Grundgerüst, das Sie Ihrem Hund unbedingt beibringen sollten - vorausgesetzt, er beherrscht zuvor die Kommandos "Sitz!" und "Platz!". 

Der Befehl "Hier!"

Mit dem Befehl "Hier!" rufen Sie Ihren Hund aus dem Freilauf oder aus dem Sitz zu sich. Der Hund sollte sofort zu Ihnen kommen und sich vor Sie hinsetzen. Rufen Sie Ihren Hund niemals zu Beginn der Ausbildung aus dem Platz; er würde künftig weniger zuverlässig liegen bleiben.


Und so geht´s:


Für die Übungen benötigt man eine mindestens zwei Meter lange Leine. Nehmen Sie Ihren Hund an diese
Leine, halten Sie diese in der rechten Hand und laufen Sie langsam rückwärts. 

Gleichzeitig rufen Sie ihm deutlich und mit freudiger Stimme Hier! zu. Folgt Ihr Hund dem Kommando, gehen Sie weiter rückwärts und loben ihn ausgiebig. Nach einigen Metern bleiben Sie stehen und rufen ihn. Dann gehen Sie in die Hocke und breiten die Arme aus, um ihn willkommen zu heißen. 

Sobald er direkt vor Ihnen ist, sagen Sie "Sitz!". In dem Moment, wo er korrekt vor Ihnen sitzt, loben Sie ihn wieder.

Danach wiederholen Sie die Übung. Verlieren Sie dabei nicht die Geduld; es kann ohne Weiteres sein, dass Ihr Hund Wochen oder gar Monate braucht, bis er diesen Befehl zuverlässig befolgt. Bis dahin sollten Sie ihn nicht ohne Leine ins Freie lassen.

Der Befehl Bleib!

Wenn Sie möchten, dass Ihr Hund - im Sitz, Platz oder Stehen- genau an der Stelle bleibt, an die Sie ihn gebracht haben, brauchen Sie das Kommando "Bleib!". Das heißt, ganz gleich, was passiert, Ihr Hund darf sich nicht vom Fleck rühren, bevor Sie es ihm erlauben. 

Und so geht´s:

Auch für diese Übung benötigen Sie eine mindesten zwei Meter lange Leine. 

Stellen Sie sich vor Ihren sitzenden Hund hin und halten Sie die Leine rechts auf Hüfthöhe. Die linke Hand heben Sie so, dass Ihre Handfläche zum Hund schaut. Sehen Sie ihn an und sagen Sie Bleib!. 

Dann gehen Sie- den Blickkontakt haltend - langsam rückwärts und wiederholen das Kommando Bleib! 

Wenn Sie am Ende der Leine angekommen sind, lassen Sie sie fallen und steigen mit dem Fuß darauf. So verhindern Sie, dass Ihr Hund davon läuft, bevor Sie es ihm erlauben.

Merken Sie, dass der Hund bereits vorher aufstehen möchte, beenden Sie die Übung frühzeitig und gehen zum Tier zurück. Loben Sie ihn, solange er sitzen bleibt. Rufen Sie ihn aber nicht gleich ab, wenn Sie wieder bei ihm sind. Der Hund könnte so fälschlicherweise lernen, dass er immer aufstehen darf, wenn Sie zu ihm kommen. Dies darf aber nur passieren, wenn Sie den Befehl dazu geben. 

Die ersten Male gehen Sie nicht zu weit weg, beenden die Übung nach etwa fünf Sekunden und belohnen ihn mit einem Leckerbissen. Danach können Sie die Zeitspanne langsam auf eine Minute steigern und den Abstand vergrößern. 

Wird Ihr Hund unruhig, setzen Sie das zeitliche Limit und den Abstand zum Hund wieder herunter und üben weiter

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